Gewerbetreff 2025
Was wären unsere Obstbäume, Blumen, Beeren und Rapsfelder ohne die emsigen Bienen? Zwar würden die Pflanzen auch ohne sie blühen – doch die Früchte blieben in vielen Fällen aus. Denn der Großteil unserer Kulturpflanzen ist auf die Bestäubung angewiesen – eine Aufgabe, die Bienen mit erstaunlicher Präzision und Hingabe übernehmen. Als Dank erhalten sie süßen Nektar und eiweißreichen Pollen – ihre wichtigste Lebensgrundlage.
Ein gesundes Bienenvolk gleicht einem perfekt organisierten Miniaturstaat: Im Zentrum steht die Königin – die einzige Biene, die Eier legen kann. Umgeben von 500 bis 2.000 Drohnen und 50.000 bis 60.000 Arbeiterinnen sorgt sie für Nachwuchs. Nach ihrem einmaligen Hochzeitsflug legt sie Tag für Tag rund 1.600 Eier – das entspricht anderthalb Mal ihrem eigenen Körpergewicht. Im Laufe eines Jahres kommen so bis zu 250.000 Eier zusammen. Während dieser Zeit verlässt sie den Bienenstock nie und wird rund um die Uhr von Hofdamen – sprich: Arbeiterinnen – umsorgt. Ihre Lebensspanne beträgt drei bis sechs Jahre.
Beim Besuch des Bienenkastens durften wir Schicht für Schicht in das geheime Innenleben des Stocks blicken: Wo der Honig lagert, wo die Brut heranwächst, welche Bienen welche Aufgaben übernehmen – alles folgt einem präzisen Plan.
Täglich machen sich die Arbeiterinnen auf den Weg, um Nektar und Pollen zu sammeln. Den Nektar transportieren sie in einem speziellen "Honigmagen" – denn Bienen besitzen zwei Mägen: einen für sich selbst und einen für den Transport. Die Pollen kleben sie geschickt an ihre Hinterbeine. Zurück im Stock füllen sie den Nektar in Waben – dort wird er zu Honig verarbeitet. Die eiweißreichen Pollen sind für die Ei-Produktion essenziell – bei der enormen Ei-Leistung der Königin ist klar: Es braucht eine Menge davon!
Erst ab etwa 12 bis 13 Grad Außentemperatur starten die Bienen ihre Sammelflüge. Im Frühling tragen sie Blütenhonig ein, ab Juni vor allem Waldhonig. Ein Bienenvolk benötigt im Jahr rund 50 bis 60 Kilogramm Honig zum Überleben. In besonders ertragreichen Jahren kann der Imker davon etwa ein Viertel entnehmen.
Dabei kommen die Honigwaben in eine Schleuder, welche den Honig herausdreht. Zurück bleibt das Wachs, das mit einer Wachsgabel entfernt und später eingeschmolzen wird – daraus entstehen neue Wachsplatten für frische Waben.
Das Bienenzentrum beherbergt aber nicht nur Honigbienen – auch viele Wildbienenarten haben dort ein Zuhause gefunden. Für sie wurde ein spezieller Sandbereich angelegt. In den kleinen Weihern leben sogar Bergmolche und Wildkröten – ein wertvoller Lebensraum für viele seltene Arten.
Die Mitglieder des Gewerbevereins waren sichtlich beeindruckt von der faszinierenden Welt der Bienen. Nach dem spannenden Rundgang genossen die rund 45 Teilnehmenden einen gemütlichen Grillabend mit frischen Salaten und köstlichen Kuchen vom Buffet. Ein geselliger, lehrreicher Abend – der allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.